Geschichte und Bild des Monats - September

Die freigebige Sonnenblume

Aus einem kleinen Samenkorn war eine gewaltige Sonnenblume gewachsen. Diese hatte allerhand zu geben und darin sah sie den Sinn ihres Lebens. Den Bienen bot sie Nektar. Ein paar kleineren Blumen spendete sie Schatten. Den Augen des Gärtners schenkte sie Freude. Die Vögel nährte sie mit ihren Samen. Dem Wind diente sie als Spielzeug. Er peitschte die Sonnenblume, bis sie ergeben am Boden lag.

 

Aber ob sie wirklich jemanden glücklich gemacht hatte, darüber war sich die Sonnenblume nicht sicher. Alle nahmen ihre Großzügigkeit zwar als selbstverständlich an. Doch sie bekam nicht einmal ein Wort des Dankes zurück. Die Blume wusste jedoch, dass sie gelebt hatte, um zu geben und nicht um zu nehmen. Dem war sie ihr ganzes Leben lang treu geblieben, und das machte sie stolz. Es erfüllte sie mit Glück, dass sie anderen soviel hatte geben können, ohne jemals das Gefühl zu haben, etwas zurückverlangen zu wollen. Sie freute sich sogar für die anderen, welche bekommen hatten, was sie suchten. So gab die Sonnenblume am Ende ihres Lebens die welkenden Blätter den gierigen Schnecken. Und Kaninchen fraßen schließlich noch den Rest der Pflanze mit Stumpf und Stiel.




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