Geschichte und Bild des Monats - Oktober

Die Stärke der Forsythie

Die Forsythie lebte in der Nähe einer Sonnenblume, welche im Geben ihre höchste Erfüllung gefunden hatte. Die Freigebigkeit der Blume hatte die Forsythie sehr beeindruckt. Nun wünschte sie nichts sehnlicher, als selbst für andere nützlich zu sein. Im Frühjahr brachte sie ihre ganze Kraft auf und bildete viele Blüten. Doch kein Insekt kam zu ihr, denn sie konnte keinen Nektar bilden. Daher war es ihr auch nicht möglich Samen für die Vögel reifen zulassen. Die Pflanzen, welche zu Füßen des Strauches wuchsen, beklagten sich nur über den Schatten, anstatt sich darüber zu freuen. Auch die Herbstfärbung der Forsythie war nichts, im Gegensatz zu ihrem Nachbarn, dem Ahorn. Die Blätter waren zudem nicht sehr schmackhaft, so wurde sie auch von anderen Tieren gemieden. Was die Forsythie auch versuchte, niemand schätzte ihre Mühe. Traurig und verbittert zog sie sich in die Einsamkeit und in sich selbst zurück.

 

In ihrem Alleinsein entdeckte sie viele Wahrheiten über das Leben, die Natur, die Wirklichkeit und ihre wahren Stärken. Was sie erkannte, erschien ihr als der größte Schatz. So wichtig, dass sie anderen unbedingt davon erzählen musste. Doch keiner wollte ihr zuhören, manche verspotteten sie sogar.

 

Die Forsythie sprach zu sich selbst: "Einst versuchte ich, jemand zu sein, der ich nicht bin. Nun habe ich meine wahren Stärken erkannt. Sie liegen in meinem Inneren und nicht wie bei der Sonnenblume im Äußeren. Vielleicht ist das für manche schwerer zu verstehen. Doch ich weiß, dass es richtig ist, diesem inneren Weg zu folgen. Ich darf nicht so überheblich sein, zu erwarten, dass andere das verstehen. Ich gehe diesen Weg für mich selbst und ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich eines Tages jemand für das interessieren wird, was ich herausgefunden habe. Für diesen einen nützlich zu sein, das wird mein Lohn sein. Jeder muss seine eigenen Stärken finden, anstatt sich anzupassen und zu versuchen jemand zu sein, der er nicht ist."




Kommentar schreiben

Kommentare: 0