Ressourcen intelligent nutzen

So schöne, vielfältige und auch exotische Produkte, wie wir sie heute in allen Preisklassen angeboten bekommen, waren im Lauf der Geschichte nicht oft für die breite Bevölkerung zugänglich. Nicht wenige Menschen geraten in regelrechten Konsumrausch. Die Werbung arbeitet mit allen Tricks, um uns zum Kaufen zu überreden. Der Gruppenzwang, die modische Kleidung, das neueste Smartphone oder den schnellsten Sportwagen haben zu müssen, tut ein Übriges. Es wird gekauft und gekauft und anschließend wieder weggeworfen.

 

Wo der Konsum boomt, ist jedoch die Ausbeutung von Rohstoffen, Arbeitskräften und unserer Umwelt nicht fern. Die Verantwortung dafür tragen nicht nur Wirtschaft und Politik, sondern auch wir Konsumenten. Denn letztendlich entscheiden wir, welche Produkte am Markt erfolgreich sind, indem wir sie kaufen oder eben nicht. Diese Macht sollten wir unbedingt nutzen und nachhaltige Produkte kaufen.

 

Schon öfter habe ich etwas gekauft und es hinterher bereut. Daher überlege ich inzwischen sehr genau, bevor ich etwas kaufe:

  • Brauche ich das unbedingt?
  • Warum will ich gerade das haben?
  • Wird es mich wirklich glücklich machen?
  • Kann ich Produktion und Herkunft guten Gewissens hinnehmen?

 

Nach dem Kauf ziehe ich meine Schlüsse daraus:

  • Wie geht es mir jetzt, da ich habe, was ich wollte?
  • War es das Geld wert?
  • Wie lange nutze ich das Produkt?
  • Was mache ich damit, wenn ich es nicht mehr brauche?

 

Beim Einkauf, besonders von Lebensmitteln, achte ich möglichst auf folgende Punkte (entsprechende Auszeichnungen und Siegel auf den Produkten bieten Orientierung und Sicherheit):

  • Nachhaltig angebaute und produzierte Waren vermeiden übermäßige Umweltbelastungen.
  • In der biologischen Landwirtschaft werden keine künstlichen Dünger und gefährliche Pestizide eingesetzt. Dies schont Flora und Fauna.
  • Der Kauf von regionalen Produkten unterstützt die Betriebe vor Ort und reduziert den CO2 Ausstoß.
  • Artgerechte Tierhaltung vermindert unnötige Tierquälerei.
  • Fairer Handel sorgt für gerechte Entlohnung der Produzenten sowie für soziale und ökologische Mindeststandards.
  • Umweltbewusste und sparsame Verpackungen verringern Müllberge.

Kreatives Recycling

Auch ich habe gerne einmal etwas Neues. Jedoch trenne ich mich ungern von liebgewonnenen alten Dingen oder Materialresten von früheren Arbeiten. Zudem bin ich gerne kreativ tätig. Also verarbeite ich alte Sachen zu Neuen. Das schont Ressourcen und meinen Geldbeutel. Es reduziert Müllberge und macht einfach Spaß. Im Folgenden möchte ich gerne ein paar Ideen vorstellen:

 

Valerie Forster, Ressourcen intelligent nutzen

Ein gehäkelter Teppich aus Wollresten

Wer strickt, häkelt und anderes aus Wolle herstellt, bei dem sammeln sich mit der Zeit viele Wollreste an. Ich habe einen Teppich daraus gehäkelt.

 

Flickenteppiche aus alten Kleidern

Alte Shirts, T-Shirts und Schlafanzüge für die Teppiche habe ich in der Familie gesammelt, so bekam ich ausreichend Material zusammen. Nur das Garn für die Kettfäden musste ich kaufen. Den Webrahmen habe ich übrigens von meiner Mutter. Sie hat ihn wiederum als Schülerin von ihrer Nachhilfelehrerin geschenkt bekommen. Er dürfte also an die hundert Jahre alt sein und doch kann man noch immer hervorragend an ihm weben. Das schont ebenfalls Ressourcen.

 

Valerie Forster, Ressourcen intelligent nutzen

Eine Patchwork-Decke aus Stoffresten

Beim Patchwork kann man alle Stoffreste verarbeiten, auch noch die Kleinsten.

 

Valerie Forster, Ressourcen intelligent nutzen

Stuhlkissenbezüge und eine Tasche aus alten Jeans

Jeans nutzen sich nach langer Tragezeit oft an bestimmten Stellen ab. Deshalb muss man nicht gleich die ganze Hose wegwerfen. Ich habe Kissenbezüge und sogar eine Handtasche aus alten Jeans genäht. Nur vor dem Zuschneiden lohnt es sich genau zu überlegen, damit man die passenden Stoffstücke zusammenbekommt. Für den Knopf an der Tasche habe ich ein kleines Stück Treibholz verwendet.

 

Valerie Forster, Ressourcen intelligent nutzen

Ein Küchenstuhl im Jeanslook

Als meine Lieblingsjeans riss, konnte ich sie einfach nicht wegwerfen. Ich war mit ihr unzählige Kilometer durch Wald und Wiesen gewandert, sie war mein steter Begleiter bei entscheidenden Reisen und zuletzt hatte ich sie noch zum Gärtnern an. Ich hatte die Hose sogar schon einmal mit einem Aufnäher geflickt. Doch eines Tages war nichts mehr zu machen. Schließlich bezog ich meinen Küchenstuhl mit den Jeansresten und auch der Aufnäher fand seinen Platz darauf.

 

 

Ich probiere gerne neue Techniken aus. So habe ich außer gestrickt, gehäkelt, genäht und geknüpft auch schon alte Möbel restauriert und manch anders ausprobiert. Materialien aus der Natur bergen ebenfalls ein großes Potential für kreative Arbeiten. Aus verschiedenen Samen, Zapfen, Blättern, Reisig und getrockneten Blüten kann man die tollsten Kränze flechten und alles Mögliche basteln. Selbst gemachte Werke sind zudem immer schöne Geschenke und Mitbringsel. Ob ein Glas selbst gekochte Marmelade, bedruckte Küchenhandtücher, Türkränze … der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Inzwischen gibt es zahlreiche Bücher und Anleitungen für Selbstgemachtes.

 

Immer mehr Menschen erkennen heute den besonderen Wert von handwerklich gefertigten Werken. Industriell hergestellte Massenware kann eben doch nicht alle Bedürfnisse befriedigen.

 

Nun wünsche ich viel Spaß beim Experimentieren und Selbermachen!




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