Texte - Bilder - emotionen

"In einer Zeit, in der sich die Folgen des menschlichen Handelns in beängstigender Weise in der Natur widerspiegeln,

möchte ich mit meinen Texten, Fotografien und Illustrationen Emotionen wecken.

Es darf uns nicht gleichgültig sein, wie wir mit dem Leben auf der Erde umgehen."

 

- Valerie Forster


Texte

Bilder sagen mehr als 1000 Worte – und doch sind es üblicherweise Worte, mit denen wir unsere Gedanken aussprechen. Texte sind ideal um tiefer gehende Zusammenhänge und Erkenntnisse mit anderen zu teilen oder um Geschichten zu erzählen, die uns im Innersten berühren.

 

In meinen Texten drücke ich aus, was mir mein Herz zuflüstert. Ich schreibe über Dinge, die ich selbst erkannt, erlebt oder gelernt habe – vom Leben, von der Natur, von den Menschen. Es sind Themen, die mich persönlich beschäftigen und von denen ich annehme, dass sie auch andere interessieren.

Leseprobe aus dem Buch: "Das träumende Pfauenauge"

Ein Schwarm Spatzen saß beieinander und klagte über den Winter.

"Wenn nur der viele Schnee nicht wäre", stöhnte einer.

"Und dann diese langen dunklen Nächte", klagte ein anderer.

"Diese frostigen Temperaturen sind das Schlimmste", beschwerte sich ein dritter.

"Nein, dieser hartnäckige Hochnebel ist das Abscheulichste, was wir haben", widersprach ein weiterer.

Plötzlich kam ein Rabe angeflogen und ließ sich auf einem nahen Ast nieder. Eine Weile hörte er den jammernden Spatzen zu, schließlich sagte er: "Wenn euch kalt ist, dann bewegt euch und pickt viele Körner."

"Wir tun den ganzen Tag nichts anderes, aber es hilft nicht", riefen sie im Chor.

Der Rabe sah die Spatzen mitleidig an und überlegte, ob sie wirklich den ganzen Tag nur mit der Suche nach Futter verbrachten. Da hatte er eine Idee.

In den schönsten Worten, die er finden konnte, erzählte er ihnen vom Frühling. Von den leuchtenden Sonnenstrahlen, die die Erde wach küssen und allen Vögeln das Gefieder wärmen. Von den weißen und gelben, roten und blauen Blumen, die ihren lieblichen Duft verströmen. Vom vielstimmigen Gesang der Vögel und vom Summen der Bienen, welches die Luft erfüllt. Und er erinnerte die Spatzen daran, wie sie Nester bauen und ihre Jungen aufziehen würden.

Da wurde es den Spatzen sehr warm ums Herz und sie lobten den Raben, der ihnen mit seiner Dichtkunst den Frühling geschenkt hatte.

 

 

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Leseprobe aus dem Buch: "Der kleine GROSSE Wolf"

Plötzlich entdeckte er ein Häschen, das sich in einer Falle verfangen hatte und so verzweifelt wimmerte, dass es Benjamin beinah das Herz brach. Zunächst war er schockiert, zu was er sich da hatte überreden lassen, aber das Leben hielt eben nicht nur Höhen, sondern auch Tiefen bereit. Ohne das eine konnte man das andere nicht wertschätzen, und nur durch das Erleben von beidem konnte man über sich selbst hinauswachsen.

Ganz vorsichtig, um den Gefangenen nicht zu erschrecken, näherte er sich. Als der Hase den Wolf entdeckte, wurde er augenblicklich still und begann am ganzen Laib zu zittern. Immer heftiger zog er an der Falle, was diese nur noch enger werden ließ. Als ihm alle Bemühungen nichts halfen, flehte der Gefangene den Wolf an:

"Bitte, bitte, tu mir nichts!"

"Wieso sollte ich dir etwas tun? Hab keine Angst, ich werde dir helfen."

"Aber … du … du bist ein Wolf, und Wölfe fressen Hasen, das weiß doch jeder."

"Glaubst du nicht, wenn ich dich fressen wollte, hätte ich es schon längst getan? Ich heiße übrigens Benjamin, und du?"

"Claudius."

"Also, Claudius, lass mich dir helfen. Du bist in einer sehr miesen Situation, die würde ich nie ausnutzen, um dir etwas anzutun. Es ist kein fairer Sieg jemanden zu töten, der nicht einmal eine Chance hat, sich zu verteidigen oder wegzulaufen, um sein Leben zu retten. Nur bequeme Feiglinge kämpfen auf diese Art und meucheln hinterrücks."

"Wölfe sind aber doch blutrünstig und …", setzte Claudius hinzu.

"Ich weiß, was uns nachgesagt wird", unterbrach ihn Benjamin. "Vorurteile sind eine schlimme Art und Weise, anderen etwas unterzuschieben, um sich

die Mühe zu sparen, selbst genauer hinzusehen und zu erkennen, wie jemand wirklich ist. Viele wollen das auch gar nicht oder verbreiten aus Hass Gerüchte, um einer bestimmten Person oder einer Gattung zu schaden. Dabei überspielen diejenigen nur ihre eigene Unsicherheit, ihre eigene Schwäche im Umgang mit anderen."

Benjamin sah sich die Falle genauer an und stellte fest, dass es wohl reichen würde, wenn er das dicke Seil durchbiss. Zumindest hoffte er, dass dadurch die Falle aufschnappen würde. So machte er sich daran, das Seil mit seinen kräftigen Zähnen zu zerbeißen. Es war nicht einfach und kostete ihn einige Mühe, aber letzten Endes gelang es ihm doch. Der Hase brachte sofort einen gewissen Abstand zwischen sich und seinen Befreier, denn so ganz traute er ihm immer noch nicht. Erst als sich Benjamin unterwürfig auf den Boden legte und sagte, "du bist nun frei und kannst gehen, wohin du willst!", beruhigte sich Claudius langsam und bedankte sich höflich für seine Befreiung.

Der Abend war nun schon vorangeschritten, bald würde die Sonne untergehen. Der Sturm hatte sich gelegt und sämtliche Wolken vertrieben.

"Du hast mich gerettet", sagte Claudius, "und mir gezeigt, dass nicht immer alles so schlecht ist, wie ich einst glaubte. Du hast mich gelehrt, die guten Dinge in den Lebewesen zu suchen und nur den eigenen Erfahrungen Glauben zu schenken. Es ist zu einfach und falsch, immer nur auf andere zu hören, zumindest solange man nicht weiß, woher sie ihre Einstellung haben. Du hast eine gute Seele. So bist du mir zum Freund geworden, und für meine Rettung schulde ich dir etwas. Folge mir! Ich bin mir sicher, es wird dir gefallen."

 

 

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bilder

Fotografie

Unschärfe ist in der Fotografie ein Gestaltungselement, mit dem man ganz unerwartete Effekte erzielen kann, so wie uns auch die Natur mit ihrer Vielfalt und Pracht immer wieder zu überraschen vermag. Die überwiegende Reduktion auf Form und Farbe wirkt malerisch, fast abstrakt. Leuchtende Farben, ungewöhnliche Blickwinkel und verblüffende Strukturen ergeben fantasievolle Bilder, die vielleicht weniger über das Äußere, aber so manches über das Wesen, des Abgebildeten verraten. Natur abstrakt zu fotografieren erfordert eine andere Auseinandersetzung mit den Motiven. Nicht was man fotografiert ist entscheidend, sondern wie man es ins Bild setzt. Dies lässt viel Raum für eigene Interpretationen.

 

In meiner Fotografie stehen das Naturerlebnis, das Beobachten und die Beziehung zu meinen Motiven im Vordergrund. Ich möchte die kleinen Dinge, die unser Leben auf besondere Weise bereichern können und die heute viele gar nicht mehr wahrnehmen, wieder sichtbar machen.

 

Ich bin überzeugt, dass nicht die Kameratechnik oder die Bildbearbeitung gute Fotos machen, sondern nur der Fotograf. In meinen Werken interpretiere ich die Natur auf eine Weise, die jedes technische Know-how übersteigt, jede noch so effektvolle Bildbearbeitung überflüssig macht.




Illustration

Der größte Vorteil des Illustrierens ist die Freiheit, Bilder nach eigenen Vorstellungen umsetzen zu können. Die Motive können in der Natur gefunden werden und als Vorlage dienen, aber die Umsetzung bleibt allein dem Künstler überlassen.

 

Meine Illustrationen sind in ihrer Form auf das Wesentliche reduziert und spielen mit der Wahrnehmung des Betrachtenden. Mit den Augen sehen wir nur, was für ein Tier, oder was für eine Pflanze es ist, aber mit dem Herzen können wir auch ihr Wesen wahrnehmen. Ist es nur eine alte Wölfin, die womöglich gefährlich ist? Oder doch eine Abenteurerin, die uns an ihrer Weisheit teilhaben lassen will? Es liegt an uns, die Wahrheit zu erkennen. Nicht nur im Bild, sondern auch im wirklichen Leben.




Emotionen

Gefühlsäußerungen sind eine Sprache, die ohne langes Üben von jedem verstanden wird. Freude, Liebe, Schmerz, Angst – Emotionen bewegen uns. Wir besitzen die Gabe, uns in andere einzufühlen und mit ihnen zu fühlen. Wir freuen uns gemeinsam mit anderen oder stehen ihnen in der Stunde der Not bei.

 

Mein Anspruch ist es, Werke zu erschaffen, die bewegen. Ich möchte beim Leser oder Betrachter etwas auslösen, das ihn zum Nachdenken und bewussten Umgang mit sich selbst, mit anderen und mit der Natur anregt. Die Kombination von Texten und Bildern finde ich dafür bestens geeignet.