Buchvorstellung: "Das träumende Pfauenauge" - Teil 1

In dieser Buchvorstellung stelle ich Ihnen meinen neuen Bildband „Das träumende Pfauenauge“ vor. Das Buch erscheint im Juni 2017. Im heutigen Teil erzähle ich, wie es zu diesem Buch kam. In den nächsten Wochen gebe ich weitere Einblicke zu meiner Fotografie, meiner Beziehung zur Natur und anderes mehr rund um diesen Bildband.

Die Buchidee

Ich beschäftige mich gerne mit den kleinen Dingen in der Natur. Ich beobachte sie, fotografiere sie, lerne von ihnen und schreibe über sie. So sind im vergangenen Jahr unzählige Fotos und viele Kurzgeschichten entstanden. Teils hatte ich diese bereits auf meinem Blog als Geschichten und Bilder des Monats veröffentlicht. Nun habe ich sie neu überarbeitet und mit einigen weiteren zu diesem Bildband zusammengestellt.

 

Die Pflanzen und Tiere, welche ich fotografiere, sind keine unbedeutenden oder gar toten Kreaturen. Sie sind intelligente Lebewesen, die ihren eigenen Zielen folgen. Wir können viel von ihnen lernen, wenn wir nicht nur ihr Äußeres wahrnehmen, sondern uns auch auf ihre inneren Werte konzentrieren.

 

Ich suche bei Tieren gerne nach Ausdrucksformen ihrer Gefühle, wenn ich sie verstehen möchte. Denn ich kann und will mir nicht vorstellen, dass die Menschen die einzigen fühlenden Wesen auf der Erde sind. Der Mensch gehört zu den Säugetieren. Seine Entwicklung lässt sich über vielfältige Lebensformen bis auf eine Urform des Lebens zurückführen. Daher sind wir keine bessergestellten Außenseiter, sondern viel näher mit dem Leben auf der Erde verwandt, als wir häufig annehmen wollen.

 

Die Wissenschaft reduziert Tiere und Pflanzen überwiegend auf ihr Äußeres, ihre Körper. Diese können leicht untersucht und erforscht werden. Nun könnte man einwenden, dass die Zugestehung von Gefühlen bei Tieren eine Vermenschlichung ist, unwissenschaftlich, womöglich sogar esoterisch. Aber was ist es, das uns und allen Lebewesen auf der Erde, seine Lebendigkeit verleiht? Die Wissenschaft kann es bis heute nicht erklären, weder bei uns Menschen noch bei Tieren.

 

Möglicherweise ist die Sichtweiße, die der moderne Mensch auf Pflanzen und Tiere hat, auf eine Entfremdung des Menschen von der Natur zurückzuführen. Wer in der Stadt lebt oder den ganzen Tag im Büro sitzt, hat nun einmal deutlich weniger Kontakt zu anderen Lebensformen. Beschäftigen wir uns dagegen mit den Kulturen von Naturvölkern, können wir schnell feststellen, dass sie ein ganz anderes Verhältnis zur Natur haben. Vielleicht haben wir den Kontakt zum inneren Wesen der Geschöpfe, welche gemeinsam mit uns auf diesem Planeten leben, durch unseren heutigen Lebensstil verloren?

 

In meinen Studien lernte ich den nüchternen wissenschaftlichen Blick auf Tiere und Pflanzen kennen. Doch durch meine eigenen Beobachtungen stellte ich immer wieder fest, dass diese Geschöpfe mehr sind. Sie sind nicht nur roboterartige Körper, sondern ganzheitliche Wesen, mit einem eigenen Charakter, eigenen Träumen, Ängsten und Empfindungen. Zumindest wer ein Haustier hat, wird dies wissen. Katzen oder Hunde sind keine roboterartigen Kreaturen. Sie kommunizieren mit uns über Körpersprache und auf manch andere Weise. Wir erkennen leicht, dass keiner von ihnen gleich ist.

 

In den Geschichten und Bildern dieses Buches greife ich genau das auf. Dabei beziehe ich mich überwiegend auf eigene Beobachtungen und Erlebnisse. Ich lasse jedoch auch die wissenschaftlichen Hintergründe, mit denen Arten beschrieben werden, nicht außer Acht. Nun ja, und ein klein wenig eigene Interpretation kann bei einer Künstlerin natürlich nicht ausbleiben. So wollen uns die Tiere und Pflanzen in den Geschichten immer auch etwas vermitteln und uns an ihrer Weisheit teilhaben lassen.

 

Mein Wunsch ist es, dass wir den Geschöpfen, die mit uns auf diesem Planeten leben, wieder mehr Respekt zukommen lassen, dass wir sie achten, sie verantwortungsvoll behandeln, und schätzen, was sie für uns tun. Ob sie ihren Körper opfern, damit wir etwas zu essen haben, oder ob sie uns Holz schenken, damit wir ein Haus bauen können.

 

Wie schön muss es sein, gemeinsam mit fühlenden und lebendigen Wesen verschiedenster Arten zusammenzuleben? Die gute Nachricht: Das ist kein Traum und keine Utopie, sondern bereits Wirklichkeit! Wir müssen uns nur dafür öffnen. Dazu will dieser Bildband anregen.

Im zweiten Teil dieser Buchvorstellung geht es um das Wesentliche in meiner Fotografie.




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