Buchvorstellung: "Das träumende Pfauenauge" - Teil 2

Fotografieren aus Liebe zur Natur

Ich fotografiere aus Liebe zu den kleinen Dingen in der Natur. Denn diese kleinen Dinge bergen ein ganz besonderes Potenzial.

 

Nichts ist für mich vergleichbar mit dem Beobachten von Tieren und Pflanzen. Ich liebe es einem Schmetterling dabei zu zusehen, wie er von Blüte zu Blüte fliegt. Ich höre gerne das emsige Summen einer Hummel. Ich beobachte die Frösche am Teich und die Rehe am Waldrand. Das Zwitschern der Vögel ist für mich die schönste Musik. Ich liebe den süßen Duft der Blumen. Ich beobachte gerne, wie sich aus einer Knospe eine Blüte oder ein Blatt entwickelt und Pflanzen heranwachsen. Einige Tiere lassen sich nur zu einer bestimmten Zeit im Jahr beobachten. Es gibt so viele kleine Veränderungen in der Natur im Laufe eines Jahres, dass es immer etwas Neues und Spannendes zu sehen gibt.

 

All das habe ich direkt vor meiner Haustüre. Ich brauche nur wenige Schritte zu gehen, und schon kann ich es sehen und erleben. Konzentriere ich mich auf diese kleinen Dinge, dann ist mir nie langweilig, bin ich nie unzufrieden. Alle angeblich großen Dinge, etwa das Besteigen des höchsten Berges, ein Flug ins All oder gar materielle Dinge und Geld sind für mich unbedeutend. Ich verlange nichts anderes, solange ich die kleinen Dinge erleben darf, welche sich an jedem Ort der Erde in ähnlichen Varianten und Abläufen beobachten lassen.

 

Doch für viele Menschen zählen heute bevorzugt die großen Dinge. Und deshalb nehmen sie all diese kleinen Wunder, die unser Leben auf besondere Weise bereichern können, gar nicht mehr wahr. Vielen bedeutet es nichts mehr, wenn eine Blume zertreten wird. Doch für diese eine Blume bedeutet es alles, für sie geht es um Leben oder Tod. Deshalb konzentriere ich mich mit meiner Fotografie darauf, die kleinen Dinge wieder sichtbar zumachen. Ich will Aufmerksamkeit für sie erregen. Und ich möchte diesen Geschöpfen eine Möglichkeit geben, uns wieder ihren Wert erkennen zu lassen.

 

In meiner Fotografie stehen weder Kameratechnik noch Bildbearbeitung im Vordergrund. Für mich zählt das Zusammensein mit diesen wundervollen Lebewesen, das Beobachten meiner Motive sowie das Ziel, diesen Geschöpfen eine Stimme zu geben. Ich verstehe meine Fotografie als Ausdrucksmittel. Die Kamera ist nur das notwendige Mittel, um meine Beobachtungen mit anderen teilen zu können. Ich verwende nur einfache Grundfunktionen meiner Kamera, und ich bearbeite meine Bilder nicht am Computer. Ich möchte die Natur aus meinem Blickwinkel zeigen und nicht verfälschen. Zudem verbringe ich am liebsten soviel Zeit wie möglich in der Natur. Dies ist ein weiterer Grund für mich, auf die nachträgliche Bearbeitung meiner Fotos zu verzichten.

Am kommenden Freitag gibt es eine Leseprobe aus dem Bildband.





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