Buchvorstellung: "Das träumende Pfauenauge" - Teil 6

Das eigene Paradies erschaffen

Vielleicht haben Sie nun Lust bekommen, ein träumendes Pfauenauge in Ihren Garten zu locken, damit es Sie immer an Ihre Träume erinnert. Das ist gar nicht so schwierig. Alles was diese Tiere brauchen, sind Brennnesseln als Nahrung für die Raupen. Denn ohne Raupen gibt es keine Schmetterlinge. Die Raupen des Pfauenauges und einiger anderer Schmetterlinge sind jedoch nur auf Brennnesseln spezialisiert. Sie fressen nur diese. Also pflanzen Sie einige Brennnesseln in eine Ecke ihres Gartens. Sorgen Sie außerdem dafür, dass Sie den ganzen Sommer über blühende Sträucher und Blumen in Ihrem Garten haben, welche reichlich Nektar bieten. Ideal ist zum Beispiel der Sommerflieder, der nicht umsonst auch Schmetterlingsflieder genannt wird.

 

Der Schwalbenschwanz ist einer der schönsten heimischen Schmetterlinge. Möchten Sie ihn beobachten, dann sollten Sie Wilde-Möhren oder Karotten als Raupennahrung pflanzen. Diese Raupen sind nur auf Doldenblütler spezialisiert. Doch die Schmetterlinge lieben ebenfalls den Sommerflieder und lassen sich hier beobachten.

 

Aber Sie können noch viel mehr tun. Erschaffen Sie ihr eigenes kleines Paradies. Locken Sie weitere Tiere in Ihre Nähe, indem Sie ihren Garten möglichst abwechslungsreich anlegen. Bieten Sie verschiedene Lebensräume. Zum Beispiel blühende Hecken, einen Teich, eine Trockenmauer, ein Insektenhotel und auch ein paar wilde Ecken gehören dazu, in denen sich Tiere verstecken können. Vögel freuen sich über Beeren tragende Sträucher wie Felsenbirne und Holunder. Stellen Sie den Vögeln eine Schale mit Wasser auf, sie lieben es, darin zu baden. Wöchentlich geschnittene Rasenflächen sind grüne Wüsten, auf denen sich kein Tier wohlfühlt und selbst Gänseblümchen ums Überleben kämpfen. Wie wäre es stattdessen mit einer bunten Blumenwiese? Und denken Sie daran, dass viele Insekten auch im Herbst noch auf Nektar angewiesen sind. Es ist einer der größten Irrtümer, dass Gärten "aufgeräumt" werden müssen. Schneiden Sie also nicht die letzten Blümchen ab, sondern lassen Sie diese stehen. Auch als Versteck für den Winter sind deren Stängel und Blätter unentbehrlich für unsere kleinen Freunde.

 

Sie brauchen sich übrigens keine Sorgen zu machen, dass die Pflege eines naturnahen Gartens viel Arbeit macht. Lassen Sie die Natur einfach selbst gestalten und schauen Sie zu, wie sich ihr kleines Paradies entwickelt. Womöglich siedeln sich einige Pflanzen und Tiere an, die Sie noch nicht kennen. Dann greifen Sie nicht zu Schere und Gift, sondern zum Naturführer. In der Natur regelt sich das Meiste ganz von alleine. Gehen Sie es gelassen an! Bestimmen Sie die Arten, lesen Sie etwas über sie, beobachten Sie deren Entwicklung! Im Garten können Sie immer etwas Neues lernen. Je belebter Ihr Garten ist, desto mehr werden Sie ihn lieben, und eines Tages werden Sie sich in einem kleinen Paradies wiederfinden. Denn ihr Garten wird sich in einen Ort des Friedens und der Liebe verwandelt haben, an dem jedes Tier und jede Pflanze willkommen ist – und natürlich auch die menschlichen Besucher.

 

Sie haben nur einen Balkon? Dann können Sie ihr Paradies selbstverständlich auch in Töpfen und Kästen realisieren! Gerade im Kleinen kann schon sehr viel verändert werden und auch Städte werden als Lebensraum immer bedeutender.

 

Für weitere Anregungen und zur Planung Ihres naturnahen Paradieses empfehle ich beispielsweise die Bücher der Landschaftsarchitektin Simone Kern: "Der neue Naturgarten" und "Mein Garten summt!". Beide Bücher sind im Kosmos Verlag erschienen.

Die Blog-Serie der Geschichten und Bilder des Monats, aus denen der Bildband "Das träumende Pfauenauge" entstand, geht weiter.

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